JUN­GEN UND MÄN­NER FÜRS SIN­GEN BEGEISTERN

Jun­gen und Män­ner fürs Sin­gen begeis­tern – das ist ein Hand­lungs­be­darf, der im Rah­men einer lan­des­kir­chen­wei­ten Umfra­ge zum Chor- und Gemein­de­s­in­gen von den haupt­be­ruf­li­chen Kirchenmusiker:innen zurück­ge­mel­det wurde.

Wir haben die­ses Zukunfts­the­ma in den Blick genom­men und sowohl eine For­schungs­re­cher­che gemacht als auch Mul­ti­pli­ka­to­ren nach ihren Pra­xis­er­fah­run­gen in die­sem Bereich gefragt.

FOR­SCHUNGS­RE­CHER­CHE

Ziel der Recher­che war es, in For­schungs­li­te­ra­tur und Pra­xis nach Erklä­run­gen für das unglei­che Geschlech­ter­ver­hält­nis in den Chö­ren zu suchen sowie nach Bei­spie­len für gelun­ge­ne Sing­pro­jek­te mit Jun­gen und Männern.

Bereits zu Beginn der Recher­che wur­de deut­lich, dass das Pro­blem des Män­ner­stim­men­man­gels kei­nes­wegs neu ist und nicht nur Chö­re inner­halb der Evan­ge­lisch-luthe­ri­schen Lan­des­kir­che Han­no­vers betrifft:

Amateursänger:innen in Deutsch­land sind zu zwei Drit­teln weiblich.

Eine Stu­die des Deut­schen Musik­in­for­ma­ti­ons­zen­trums kommt 2021 zu dem Ergeb­nis, dass im Bereich der erwach­se­nen Amateurmusiker:innen 69% der Sänger:innen weib­lich sind. Das Phä­no­men zeigt sich dabei schon im Kin­des­al­ter: 72% der sin­gen­den Kin­der zwi­schen 6 und 15 Jah­ren sind Mäd­chen, 28% sind Jun­gen. [1]

Berich­te über feh­len­de Män­ner­stim­men fin­den sich bereits Anfang des 20. Jahrhunderts.

Bereits vor etwa 100 Jah­ren wird in Ver­öf­fent­li­chun­gen zur Chor­mu­sik der Begriff der ‚miss­ing males‘ geprägt. Musiklehrer:innen berich­ten zu die­ser Zeit bereits von ihrem Ein­druck, dass Jun­gen nur gerin­ge Moti­va­ti­on zum Sin­gen haben. [2]

Das Phä­no­men zeigt sich nicht nur in Deutschland.

Der gro­ße Anteil an inter­na­tio­na­ler For­schungs­li­te­ra­tur zum The­ma zeigt, dass das unaus­ge­gli­che­ne Geschlech­ter­ver­hält­nis nicht auf Deutsch­land begrenzt ist. Viel­mehr scheint es in zahl­rei­chen west­lich gepräg­ten Kul­tu­ren auf­zu­tre­ten. [3]

[1] Deut­sches Musik­in­for­ma­ti­ons­zen­trum: “Ama­teur­mu­si­zie­ren in Deutsch­land“, Bonn, 2021.
[2] Vgl. Koza, Julia: “The ‘Miss­ing Males’ and Other Gen­der Issues in Music Edu­ca­ti­on: Evi­dence from the Music Super­vi­sors’ Jour­nal”, 1914–19, RME 1993, VOLU­ME 41, NUM­BER 3, PAGES 212–232, S. 213 & 219 f.; Har­ri­son, Scott: “A peren­ni­al pro­blem in gen­de­red par­ti­ci­pa­ti­on in music: What’s hap­pe­ning to the boys?” Bri­tish Jour­nal of Music Edu­ca­ti­on, 2007, 24(3), S. 267–280.
[3] Vgl. Har­ri­son, Welch, Adler (Hrsg.): “Per­spec­ti­ves on Males and Sin­ging”, Sprin­ger Science+Business Media B.V., 2012. 
Ursa­chen des Männerstimmenmangels

In der wis­sen­schafl­ti­chen Lite­ra­tur wer­den ver­schie­de­ne Ursa­chen für das Phä­no­men diskutiert:

Hypo­the­se 1: Laut Geschlech­ter­ste­reo­ty­pen ist Sin­gen Mädchensache.

Ein Groß­teil der For­schungs­li­te­ra­tur kommt zu dem Ergeb­nis, dass Sin­gen als weib­li­che Akti­vi­tät wahr­ge­nom­men wird. Stu­di­en mit Schüler:innen und Stu­die­ren­den zei­gen, dass das Sin­gen bereits im Kin­des- und Jugend­al­ter stark mit Weib­lich­keit asso­zi­iert und zuver­läs­sig dem femi­ni­nen Bereich zuge­ord­net wird, ähn­lich wie die Instru­men­te Flö­te und Kla­ri­net­te. Damit bie­tet das Sin­gen für Jungs kei­ne Mög­lich­keit, ihre Männ­lich­keit unter Beweis zu stel­len und dem ste­reo­ty­pen Bild von Männ­lich­keit zu ent­spre­chen, das in einer patri­ar­chal struk­tu­rier­ten Gesell­schaft nach wie vor mit Macht ver­knüpft ist und für Jun­gen u.a. des­halb erstre­bens­wert erscheint. Jun­gen, die sich über die­se Gen­der­ste­reo­ty­pe hin­weg­set­zen und bei­spiels­wei­se im Schul­chor sin­gen, sind häu­fig Anfein­dun­gen aus­ge­setzt. So berich­ten in qua­li­ta­ti­ven Inter­views zahl­rei­che (ehe­ma­li­ge) Chor­sän­ger von homo­pho­ben Anfein­dun­gen. [4]

Für vie­le Jun­gen gehen mit dem Sin­gen also sozia­le Kos­ten ein­her, die sie nur dann bereit sind zu tra­gen, wenn sie bei­spiels­wei­se beim Sin­gen beson­de­ren Erfolg haben. [5]

Eine Aus­nah­me scheint ins­be­son­de­re für Kna­ben­chö­re zu bestehen. Zum einen kom­men hier in Bezug auf die Geschlechts­iden­ti­tät inso­fern kei­ne Fra­gen auf, als dass die Zuge­hö­rig­keit zum männ­li­chen Geschlecht Zugangs­vor­aus­set­zung ist. Zum ande­ren genie­ßen Kna­ben­chö­re hohes Anse­hen in vie­len Tei­len der Gesell­schaft. Eine Mit­glied­schaft geht somit auch mit gesell­schaft­li­chem Kapi­tal ein­her. [6]

[4] Har­ri­son, Scott: “A peren­ni­al pro­blem in gen­de­red par­ti­ci­pa­ti­on in music: What’s hap­pe­ning to the boys?”, in: Bri­tish Jour­nal of Music Edu­ca­ti­on, 2007, 24(3), S. 267–280.; Har­ri­son, Scott: “Boys on the Outer: The­mes in Male Enga­ge­ment with Music”, in: Thy­mos: Jour­nal of Boy­hood Stu­dies, 2010, 4(1), 39–53.
[5] Green, Lucy: “Music, Gen­der and Edu­ca­ti­on: A Report on Some Explo­ra­to­ry Rese­arch”, in: B. J. Music Ed., 1993, 10, S 219–253.
[6] Hall, Cla­re: “Mas­cu­li­ni­ty, Class and Music Edu­ca­ti­on”, Pal­gra­ve Macmil­lan, Lon­don 2018.

Hypo­the­se 2: Die Sing­fä­hig­kei­ten von Jun­gen und Mäd­chen unter­schei­den sich im Kin­des- und Jugendalter.

Inter­es­san­te Ergeb­nis­se lie­fern Stu­di­en zur Sing­fä­hig­keit im Kin­des­al­ter. Wäh­rend sich zwi­schen musi­ka­lisch geför­der­ten Klein­kin­dern im Alter von drei Jah­ren kei­ne Geschlechts­un­ter­schie­de in Hin­blick auf die Sing­fä­hig­keit nach­wei­sen las­sen, zeigt eine Unter­su­chung aus Groß­bri­tan­ni­en für älte­re Kin­der ein ande­res Bild: Mäd­chen sind Jun­gen im Alter von 5–12 Jah­ren bei der Sing­fä­hig­keit ca. 2–3 Jah­re vor­aus. Wer­den Jungs und Mäd­chen von die­sem Alter an musi­ka­lisch geför­dert, etwa durch beson­ders geschul­te Musik­lehr­kräf­te, ver­bes­sern sich ihre Fähig­kei­ten zwar schnel­ler, die Mäd­chen bau­en ihren Vor­sprung aber sogar noch wei­ter aus.

Ein­zi­ge Aus­nah­me bil­den in der Stu­die Kin­der, die in Kathe­dral­chö­ren sin­gen und Kin­der, die am “Cho­ris­ter Out­reach Pro­gram­me” teil­nah­men. Hier besuch­ten ein loka­ler Chor­lei­ter und die Sän­ge­rin­nen und Sän­ger sei­nes (Kathedral-)Chores die Schu­le und san­gen regel­mä­ßig mit den Schü­le­rin­nen und Schü­lern. In die­sen Grup­pen lie­ßen sich kaum geschlechts­spe­zi­fi­sche Unter­schie­de in den Sing­fä­hig­kei­ten fest­stel­len. [7]

Mit dem Stimm­bruch kommt dann in einer Pha­se, in der Jun­gen sich bewei­sen wol­len, ein wei­te­rer Fak­tor hin­zu, der das Sin­gen wenig attrak­tiv macht. Jungs erle­ben wäh­rend des Stimm­bruchs beim Sin­gen oft Unsi­cher­heit und neh­men sich nicht als kom­pe­tent wahr. Auch das führt laut eini­gen Autoren dazu, dass sie sich ande­ren, bei­spiels­wei­se sport­li­chen Hob­bys zuwen­den. [8]

[7] Welch: “Sex, Gen­der and Sin­ging Deve­lo­p­ment”, in: Per­spec­ti­ves on Males and Sin­ging, 2012, S. 27 – 44.
[8] Freer, Patrick K.: “Bet­ween Rese­arch and Prac­ti­ce: How Cho­ral Music Loses Boys In the ‘Midd­le’”, Music Facul­ty Publi­ca­ti­ons 18, 2007.; Freer, Patrick K: “From Boys to Men: Male Cho­ral Sin­ging”, in: Per­spec­ti­ves on Males and Sin­ging, Sprin­ger 2012, S. 13 — 26.

Hypo­the­se 3: Män­ner und Frau­en sin­gen aus unter­schied­li­chen Gründen.

Sin­gen för­dert sowohl bei Frau­en als auch bei Män­nern das Wohl­be­fin­den. Ein Effekt, der bei­de Geschlech­ter zum Sin­gen moti­viert. Frau­en brin­gen ihre Zustim­mung zu Aus­sa­gen wie „Das Sin­gen macht mich glück­li­cher‘ aller­dings stär­ker zum Aus­druck. Die Fra­ge, ob Frau­en die posi­ti­ven Effek­te des Sin­gens tat­säch­lich stär­ker emp­fin­den als Män­ner oder die­se ledig­lich stär­ker kom­mu­ni­zie­ren, ist wis­sen­schaft­lich aller­dings noch nicht geklärt.

Die genau­en Beweg­grün­de für das Sin­gen sind für Frau­en und Män­ner eben­falls sehr ähn­lich und lie­gen in musi­ka­li­schen, sozia­len und emo­tio­na­len Berei­chen. Bei Män­nern zeigt sich stär­ker als bei Frau­en die Ten­denz, dass sie durch ihr Enga­ge­ment in einem Chor an die musi­ka­li­schen Erfah­run­gen aus ihrer Kind­heit anknüp­fen oder sich durch das Sin­gen in ihrer loka­len Gemein­schaft enga­gie­ren möch­ten. Frau­en hin­ge­gen nut­zen das Sin­gen stär­ker als Män­ner, um neue Men­schen zu tref­fen und sich musi­ka­lisch fort­zu­bil­den, sowie Selbst­be­wusst­sein und Resi­li­enz zu stär­ken und ihr Wohl­be­fin­den zu ver­bes­sern. Die Unter­schie­de zwi­schen den Geschlech­tern sind hier aller­dings sehr gering und zum Teil nicht sta­tis­tisch signi­fi­kant. [9]

Ins­ge­samt zei­gen sich in der gesich­te­ten For­schungs­li­te­ra­tur kei­ne Hin­wei­se dar­auf, dass Män­ner grund­sätz­lich einen höhe­ren Leis­tungs­an­spruch an das Sin­gen haben oder sich durch musi­ka­li­sche Her­aus­for­de­run­gen stär­ker moti­vie­ren las­sen als Frauen.

[9] Clift, Han­cox, Mor­ri­son: “Sin­ging, Well­be­ing and Gen­der”, in: Per­spec­ti­ves on Males and Sin­ging, 2012, S. 233–256.; Par­kin­son, Dia­na: “The effects of gen­der on the moti­va­ti­on and bene­fits asso­cia­ted with com­mu­ni­ty sin­ging in the UK”, in: Oxford Hand­book of Sin­ging, 2016, S. 571–585.

Für die fol­gen­de Hypo­the­se, dass der Män­ner­stim­men­man­gel auf unter­schied­li­che adap­ti­ve Vor­tei­le des Sin­gens in der Evo­lu­ti­on der Geschlech­ter zurück­ge­führt wer­den kann, fin­den sich hin­ge­gen kei­ne Belege:

Hypo­the­se 4: Frau­en haben eine stär­ke­re evo­lu­tio­nä­re Ver­an­la­gung zum Sin­gen als Männer.

In der Lite­ra­tur wer­den ver­schie­de­ne adap­ti­ve Vor­tei­le dis­ku­tiert, die das Sin­gen in der Evo­lu­ti­ons­ge­schich­te für den Men­schen gehabt haben könn­te. Dar­un­ter fällt neben der Part­ner­wer­bung, der frü­hen Eltern-Kind-Inter­ak­ti­on und der För­de­rung der Immun­re­ak­ti­on vor allem die Funk­ti­on des Sin­gens zur Her­stel­lung sozia­ler Kohä­renz, die zum Erfolg bei Jagd oder Ver­tei­di­gung bei­getra­gen haben könn­te. Es gibt aller­dings kei­ne Indi­zi­en dafür, dass Frau­en vom gemein­sa­men Sin­gen stär­ker pro­fi­tiert haben könn­ten als Män­ner und des­halb eine stär­ke­re Ver­an­la­gung dazu haben könn­ten. Auch ein Blick in ande­re Kul­tu­ren zeigt, dass das Geschlech­ter­ver­hält­nis sich nicht über­all so unaus­ge­gli­chen dar­stellt. [10]

[10] Huron, David: “Is Music an Evo­lu­tio­na­ry Adapt­a­ti­on?”, in: Annals of the New York Aca­de­my of Sci­en­ces, 2001, S. 43–61.; Alten­mül­ler, Kopiez: “Ein Bei­trag zum evo­lu­tio­nä­ren Ursprung der Musik: Was kann uns die Gän­se­haut leh­ren? “, Vor­trag vom 13.05.2011, URL: http://publicationslist.org/data/eckart.altenmueller/ref-174/Altenm%C3%BCller_Musik%20und%20Evolution_Braunschweig2012.pdf, abge­ru­fen am 8.06.23.

LITE­RA­TUR­EMP­FEH­LUN­GEN

Scott D. Har­ri­son, Gra­ham F. Welch, Adam Adler (Hrsg.)

Per­spec­ti­ves on Males and Singing

In die­sem Buch tei­len inter­na­tio­nal füh­ren­de For­sche­rin­nen und For­scher ihre Erkennt­nis­se zur Fra­ge, war­um Jun­gen und Män­ner sich vie­ler­orts zurück­hal­tend zei­gen, wenn es ums Sin­gen geht. Dabei wer­den sowohl for­mel­le als auch infor­mel­le Kon­tex­te beleuch­tet, sowie Ein­bli­cke aus der Pra­xis reflektiert.

Spra­che: eng­lisch
Sprin­ger Science+Business Media B.V. 2012
https://doi.org/10.1007/978–94-007‑2660‑4

Cla­re Hall

Mas­cu­li­ni­ty, Class and Music Education

Cla­re Hall beleuch­tet aus sozio­lo­gi­scher Per­spek­ti­ve am Bei­spiel eng­li­scher Kna­ben­chö­re, wie unse­re Vor­stel­lun­gen von Männ­lich­keit, Klas­sen­zu­ge­hö­rig­keit und musi­ka­li­scher Bil­dung zusam­men­hän­gen und wie sie Jun­gen in Bezug auf ihre musi­ka­li­sche Pra­xis im Kin­des- und Jugend­al­ter beein­flus­sen. Zu Wort kom­men dabei neben den Chor­jun­gen auch ihre Müt­ter sowie die Chorleitenden.

Spra­che: eng­lisch
Pal­gra­ve Macmil­lan Lon­don, 2018
https://doi.org/10.1057/978–1‑137–50255‑1

INTER­VIEWS

Neben der Lite­ra­tur­re­cher­che wur­den Inter­views mit drei Kir­chen­mu­si­kern geführt, die selbst Sing­pro­jek­te für Jun­gen und Män­ner anbieten:

Jens Pape | Pop­kan­tor im Kir­chen­kreis Winsen(Luhe)
Chor DIE JUNGS

Gijs Bur­ger | KMD i.R. in Mühl­heim an der Ruhr
Sing­schu­le an der Petri­kir­che Mühl­heim a. d. Ruhr & Pro­jekt »Sin­gen – Grund­kurs für Männer«

Marc Was­ko­wi­ak | Kreis­kan­tor im Kir­chen­kreis Emden-Leer
Pro­jekt »Sin­gen für ech­te Männer«

Eini­ge Beob­ach­tun­gen der drei Chor­lei­ter decken sich und geben Hin­wei­se dar­auf, wel­che Fak­to­ren Sing-Ange­bo­te für Jungs und Män­ner beson­ders attrak­tiv machen könnten:

  •  Jun­gen schei­nen von getrennt­ge­schlecht­li­chen Chö­ren zu pro­fi­tie­ren. Die inter­view­ten Musi­ker berich­ten von ihrem Ein­druck, dass Jungs in gemisch­ten Grup­pen das Bedürf­nis haben, sich zu bewei­sen. In einer Umge­bung, in der nur ande­re Jun­gen mit­sin­gen, wer­den sie ent­spann­ter und zei­gen ande­re Ver­hal­tens­wei­sen. Auch wird ihre Geschlechts­iden­ti­tät so ver­mut­lich weni­ger in Fra­ge gestellt.
  • Gemein­sa­mes Sin­gen mit älte­ren Jungs moti­viert die jün­ge­ren Chor­sän­ger und bie­tet Rol­len­vor­bil­der, die sonst häu­fig feh­len und zu dem in der For­schung iden­ti­fi­zier­ten Bild bei­tra­gen, dass Sin­gen typisch weib­lich sei.
  • Die Inter­view­part­ner bestä­ti­gen die Hin­wei­se aus der For­schungs­li­te­ra­tur, dass in der Pha­se des Stimm­bruchs wei­ter gesun­gen wer­den soll­te. Spe­zi­el­le Lite­ra­tur mit gerin­ge­rem Ton­um­fang für die umbre­chen­de Stim­me hilft an die­ser Stelle.
  • Die Bereit­schaft zur Teil­nah­me steigt, wenn sich die Ange­bo­te ganz gezielt an Jun­gen bzw. an Män­ner rich­ten und von die­sen als etwas Beson­de­res wahr­ge­nom­men werden.
  • Jun­gen und Män­ner müs­sen außer­dem häu­fig geziel­ter ange­spro­chen wer­den als Mäd­chen und Frau­en. Hier hat sich vor allem die “Mund-zu-Mund-Pro­pa­gan­da” bewährt.
  • Ver­sa­gens­ängs­te schei­nen für Män­ner ein Hin­de­rungs­grund zu sein, einem Chor bei­zu­tre­ten. Zum einen haben vie­le Män­ner kei­ne Erfah­rung mit dem Sin­gen. Hier hel­fen For­ma­te, die vor­aus­set­zungs­los an das Sin­gen her­an­füh­ren. Zum ande­ren sind Män­ner­stim­men in Chö­ren oft dünn besetzt, was zu einem höhe­ren Druck für die ein­zel­nen Sän­ger führt. In For­ma­ten, in denen aus­schließ­lich Män­ner sin­gen, erle­ben sie eine ent­spann­te­re Sing­at­mo­sphä­re mit stär­ker besetz­ten Stimmgruppen.

THE­MEN­ZOOM

12. Febru­ar 2025 | 10 — 11:30 Uhr
Über­blick über die Ergeb­nis­se der For­schungs­re­cher­che & Impul­se aus der Praxis

Haupt­amt­li­che Kirchenmusiker:innen der Ev.-luth. Lan­des­kir­che Han­no­vers kön­nen den Mit­schnitt des Zooms hier im inter­nen Bereich abru­fen. Das Pass­wort kön­nen Sie per E‑Mail unter mail@visionkirchenmusik.de anfragen.

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